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StaRUG-Verfahren: Das neue Power-Tool für Unternehmensrestrukturierungen

Wie du mit dem Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen sanierungsunwillige Gesellschafter elegant loswirst

 

Du führst ein Unternehmen in der Krise und stehst vor einem klassischen Problem: Während du und andere Gesellschafter bereit sind, das Unternehmen zu retten, blockieren einzelne Gesellschafter jede sinnvolle Sanierungsmaßnahme? Dann könnte das StaRUG-Verfahren deine Rettung sein.

 

Was ist das StaRUG überhaupt?

Das Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG) ist seit 2021 das neue deutsche Wundermittel für Unternehmenssanierungen. Im Gegensatz zu klassischen Insolvenzverfahren läuft alles diskret ab - ohne öffentliche Bekanntmachung und ohne den gefürchteten Reputationsverlust.

 

Das Besondere: Du kannst dein Unternehmen vor der drohenden Insolvenz retten, ohne dass alle Gläubiger zustimmen müssen. Es reicht ein Mehrheitsbeschluss der betroffenen Gläubiger. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es aber!

 

Der Clou: Gesellschafter rauswerfen leicht gemacht

Hier wird es richtig interessant für dich als Unternehmer. Das StaRUG ermöglicht es dir nämlich, gezielt bestimmte Gesellschafter aus dem Unternehmen zu drängen, während andere an Bord bleiben. Das funktioniert so:

 

Erstens: Du kannst das Verfahren so organisieren, dass nur die sanierungsunwilligen Gesellschafter gehen müssen. Alle anderen - egal ob Gesellschafter oder Gläubiger - können bleiben oder sogar das Unternehmen komplett übernehmen.

 

Zweitens: Als Geschäftsführung einer AG kannst du das StaRUG-Verfahren einleiten, ohne dass Minderheitsgesellschafter dies verhindern können. Allerdings solltest du vorher deine Satzung und Geschäftsordnungen prüfen.

 

Drittens: Die unwilligen Gesellschafter können nicht verhindern, dass sie ihre Beteiligung verlieren - und zwar ohne Wertersatz! Das gelingt, wenn du nachweist, dass diese Gesellschafter auch bei einer Insolvenz leer ausgehen würden.

 

So funktioniert die Abstimmungstaktik

Der Trick liegt in der geschickten Gruppenbildung. Du teilst alle Betroffenen in verschiedene Abstimmungsgruppen ein: Die sanierungsunwilligen Gesellschafter kommen in eine separate Gruppe, während alle anderen eine oder mehrere andere Gruppen bilden. Die Mehrheit der Gruppen kann dann die Blockierer überstimmen.

 

Achtung: Bei nur zwei Gruppen wird es kritisch. Dann kann es zu einem Patt kommen, und neueste Gerichtsentscheidungen zeigen, dass dies problematisch werden kann.

 

Warum das StaRUG so effektiv ist

Die Zahlen sprechen für sich: Nach nur etwa 50 Verfahren in 2021 und 2022 hat sich die Anzahl 2023 bereits verdoppelt. Unternehmen wie Leoni und Sparks Network haben vorgemacht, wie es geht.

 

Das StaRUG-Verfahren ist meist nach nur drei bis vier Monaten abgeschlossen - deutlich schneller als klassische Insolvenzverfahren. Und das Beste: Es läuft völlig geräuschlos ab, ohne dass die Öffentlichkeit oder Kunden etwas mitbekommen.

 

Das Drohpotential nutzen

Selbst wenn du das Verfahren nie einleiten musst, verschafft dir allein die Möglichkeit enormes Verhandlungsgewicht. Sanierungsunwillige Gesellschafter werden plötzlich kooperativer, wenn sie wissen, dass sie sonst komplett leer ausgehen könnten.

 

Das StaRUG ist damit ein perfektes Instrument, um Sanierungsbeiträge aller Gesellschafter einzufordern. Die Botschaft ist klar: Entweder ihr macht mit, oder "the winner takes it all".

 

Deutschland hat mit dem StaRUG zwar einen sperrigen Namen gewählt, aber ein hocheffektives Restrukturierungsinstrument geschaffen, das dem englischen Vorbild in nichts nachsteht.