Du denkst, Gewinn ist gleich Cash Flow? Das ist ein weit verbreiteter Irrtum, der schon manches Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht hat. Lass mich dir erklären, warum diese beiden Kennzahlen völlig unterschiedliche Geschichten erzählen.
Was ist eigentlich Gewinn?
Der Gewinn zeigt dir, wie sich das Reinvermögen deines Unternehmens verändert hat. Er entsteht, wenn der Wert der erzeugten Leistungen größer ist als der Werteverzehr im Unternehmen. Klingt simpel, oder? Ist es aber nicht ganz, denn es gibt verschiedene Gewinnbegriffe.
Im externen Rechnungswesen sprechen wir vom Jahresüberschuss (oder -fehlbetrag), der nach den Regeln des HGB ermittelt wird. Hier werden Erträge und Aufwendungen gegenübergestellt. Im internen Rechnungswesen hingegen rechnen wir mit Erlösen minus Kosten und erhalten das Betriebsergebnis.
Cash Flow - das liebe Geld
Der Cash Flow dagegen interessiert sich nicht für Wertschöpfung oder Bilanzpositionen. Er zeigt dir knallhart, wie viel Geld tatsächlich in dein Unternehmen hinein- und herausgeflossen ist. Cash Flow = Einzahlungen minus Auszahlungen einer Periode.
Warum weichen Gewinn und Cash Flow voneinander ab?
Das passiert ständig! Beispiele gefällig? Wenn ein Kunde eine Rechnung bezahlt, steigt dein Cash Flow, aber der Gewinn bleibt unverändert - schließlich hattest du die Forderung schon bei Rechnungsstellung gebucht. Umgekehrt schmälern Abschreibungen deinen Gewinn, ohne dass auch nur ein Cent das Unternehmen verlässt.
Beide sind wichtig!
Du brauchst sowohl positiven Gewinn als auch positiven Cash Flow. Ohne Gewinn verschlechterst du langfristig deine Vermögenslage. Ohne Cash Flow wird es kritisch mit der Zahlungsfähigkeit. Selbst profitable, wachsende Unternehmen können durch negativen Cash Flow in die Insolvenz rutschen.
