Generative KI, wie ChatGPT, ist in vielen Branchen bereits ein wichtiges Werkzeug – doch im Controlling hält sie bisher nur langsam Einzug. Unternehmen zögern, obwohl das Potenzial enorm ist: Automatisierte Berichte, schnelle Analysen und präzise Marktprognosen könnten den Arbeitsalltag von Controllern revolutionieren. Warum ist die Einführung trotzdem so schleppend?
Ein großes Hindernis sind Datenschutz und Qualität. Da Controller oft mit sensiblen Unternehmensdaten arbeiten, ist die Nutzung proprietärer Sprachmodelle wie ChatGPT problematisch. Lokale Open-Source-Modelle, wie Llama 3.2, bieten hier eine Alternative. Sie können auf Unternehmensrechnern betrieben werden, was maximale Datensicherheit gewährleistet. Allerdings ist die Leistung kleinerer Modelle bei komplexeren Aufgaben wie Tabellenanalysen noch begrenzt.
Um Sprachmodelle effektiv einzusetzen, gibt es drei Hauptansätze: Prompting, Retrieval Augmented Generation (RAG) und Finetuning. Prompting ist einfach anzuwenden, liefert aber nur dann gute Ergebnisse, wenn die Eingaben präzise formuliert sind. RAG ergänzt Sprachmodelle durch den Abruf von externen Daten, während Finetuning sie spezialisierter macht, indem sie mit unternehmenseigenen Informationen weitertrainiert werden. Die Wahl der Methode hängt von den Anforderungen und technischen Ressourcen eines Unternehmens ab.
Pilotprojekte zeigen, wie Generative KI Controllern helfen kann: Kennzahlenanalysen, Marktberichte oder Beschaffungsmarktanalysen lassen sich effizient automatisieren. Besonders überzeugend: Eine Kombination aus RAG und Finetuning kann Modelle ebenso leistungsfähig wie datensicher machen. Trotzdem gibt es Hürden. Sprachmodelle haben weiterhin Probleme mit komplexen Tabellenanalysen. Zudem erfordert die Integration in Prozesse spezialisierte IT-Expertise.
Generative KI hat das Potenzial, Controlling effizienter zu machen, aber die Umsetzung erfordert Geduld, Know-how und eine klare Strategie. Nur durch Testen und Anpassen können Unternehmen ihre Anforderungen optimal mit der Technologie verbinden. Gerade der Datenschutz und die lokale Nutzung bleiben wichtige Erfolgsfaktoren.
