· 

Der Shopping-Schock: Warum du bei Zara, H&M und C&A in der Schweiz draufzahlst

Hast du dich auch schon mal gefragt, warum die Jacke, die du in Zürich im Laden siehst, gefühlt ein Vermögen kostet, während sie im deutschen Online-Shop viel günstiger ist? Dieses Gefühl trügt nicht. Große Modeketten wie Zara, H&M und C&A langen in der Schweiz kräftig zu. Eine aktuelle Stichprobe der Zeitung „Beobachter“ (Preise und Währungskurse vom 21. Juli 2025) hat aufgedeckt, wie hoch dieser „Schweiz-Zuschlag“ wirklich ist. Das Ergebnis ist happig: Ein Warenkorb mit fünf zufälligen Produkten war bei Zara ganze 64 Prozent teurer als in Deutschland. Bei H&M waren es 45 Prozent und bei C&A immerhin noch 41 Prozent. Für den Zara-Warenkorb bedeutete das einen Aufpreis von fast 147 Franken. Kein Wunder, dass der Einkaufstourismus blüht.

Besonders pikant ist, dass diese Zahlen viel höher sind, als es die Branche selbst zugeben will. Eine Studie der Swiss Retail Federation von 2024 kam zum Schluss, dass Non-Food-Produkte in der Schweiz „nur“ 28 Prozent mehr kosten als in den Nachbarländern. Die Realität in den großen Modehäusern sieht laut der Beobachter-Stichprobe also ganz anders aus. Selbst der Schweizer Preisüberwacher Stefan Meierhans staunte über diese hohen Unterschiede und vermutet, dass die Konzerne wohl einfach die höhere Zahlungsbereitschaft der Schweizer Kunden abschöpfen. Es gibt ja Branchen wie die Elektronik, wo die Preise nicht höher sind als im Ausland.

Die Modeketten selbst hüllen sich in Schweigen oder antworten nur mit ausweichenden Floskeln. Sie verweisen auf das „allgemeine Kostenniveau“, lokale Steuern und andere „externe Variablen“. Die Logik dahinter scheint zu sein: Wo ein Gipfeli beim Bäcker schon viel kostet, ist die Bereitschaft der Kunden höher, auch für einen Rock tief in die Tasche zu greifen. Die tatsächlichen Herstellungs- und Vertriebskosten scheinen dabei eine untergeordnete Rolle zu spielen. Das Argument mit den Steuern zieht dabei überhaupt nicht, ganz im Gegenteil: Die Mehrwertsteuer in Deutschland ist mehr als doppelt so hoch wie in der Schweiz. Bereinigt man die Preise um diesen Faktor, wird der Unterschied noch krasser. Der Schweiz-Zuschlag bei Zara würde dann sogar bei 86 Prozent liegen. Manchmal musst du nicht einmal rechnen, um den Aufschlag zu entdecken. Bei C&A zum Beispiel stehen auf den Etiketten oft auch die Preise für andere Länder wie Polen oder Ungarn. Ein kurzer Check mit dem Handy zeigt dann schnell, dass der Pyjama in der Schweiz mal eben 78 Prozent teurer ist als in Rumänien.