Wie das Rechnungswesen kontinuierlich Altes verbessert und trotzdem zugleich Neues wagt
Wenn es um die Digitalisierung im Rechnungswesen geht, denken viele sofort an das Mega-Thema Künstliche Intelligenz. Doch der digitale Wandel ist vielschichtiger. Erfolgreiche Unternehmen agieren beidhändig, sprich ambidexter. Sie optimieren mit der einen Hand konsequent ihre bestehende IT-Systemlandschaft und greifen mit der anderen Hand gezielt nach vielversprechenden neuen Technologien. Eine Langzeitstudie, die über acht Jahre die Entwicklungen im deutschsprachigen Raum analysiert hat, zeigt genau diese ausbalancierte Vorgehensweise.
Die erste und vielleicht wichtigste Erkenntnis der Studie ist, dass die Unternehmen in den letzten Jahren massiv in ihr digitales Fundament investiert haben. Sie haben ihre historisch gewachsenen, oft unübersichtlichen IT-Landschaften aufgeräumt. Das bedeutet zum einen, dass alte, selbst entwickelte Systeme (sogenannte Legacy-Systeme) abgeschaltet und durch moderne, einheitliche Software ersetzt wurden. 76 Prozent der Unternehmen geben an, die Vereinheitlichung ihrer Systeme bereits umgesetzt zu haben oder aktiv dabei zu sein. Zum anderen wurden auch die Prozesse selbst verbessert. Dabei wurde die Datenqualität erhöht, das Stammdatenmanagement professionalisiert und Arbeitsabläufe standardisiert, um dem Ziel einer papierlosen Buchhaltung näherzukommen. Man hat also zuerst den Maschinenraum auf Vordermann gebracht.
Parallel dazu wurden aber auch neue Technologien nicht ignoriert. Hier gibt es klare Gewinner und Verlierer. Die unangefochtenen Stars sind Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz. Der Trend zur Cloud ist ungebrochen, was auch daran liegt, dass Software-Anbieter ihre Lösungen oft nur noch als Cloud-Dienste anbieten. Besonders bemerkenswert ist der Aufstieg der KI. Während das Thema vor einigen Jahren kaum eine Rolle spielte, beschäftigen sich heute rund 30 Prozent der Unternehmen damit. Und es werden sicher schnell mehr. Ein Nischenthema ist hingegen die Blockchain geblieben. Der Hype darum ist im Rechnungswesen nie wirklich angekommen. Die Studie zeigt also, dass Unternehmen nicht blind jedem Trend folgen, sondern sehr selektiv jene Technologien auswählen, die einen echten Mehrwert versprechen.
Eine dritte Erkenntnis ist, dass größere Unternehmen (also über 1.000 Mitarbeiter) bei diesem Prozess tendenziell etwas schneller sind als kleinere. Sie haben oft mehr finanzielle und personelle Ressourcen, um sowohl die grundlegende Modernisierung voranzutreiben als auch mit neuen Technologien wie KI zu experimentieren. Unterm Strich zeichnet die Studie aber ein sehr positives Bild: Die Unternehmen im deutschsprachigen Raum handeln klug und ausbalanciert. Sie stärken ihr Fundament und investieren gleichzeitig gezielt in die Zukunft – eine klassische Erfolgsstrategie.
Zu jedem Thema hier im Blog Buchführung & Bilanzierung gibt es in der Regel etwas später auch einen Podcast von mir. Ihr findet ihn auf dem Podcast-Kanal »ieconomics Buchführung & Bilanzierung« unter anderem bei Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music oder Deezer. Daneben habe ich bis heute rund zwanzig ...für Dummies-Bücher veröffentlicht, unter anderem die Bestseller »Buchführung und Bilanzierung für Dummies« und »Buchhaltung kompakt für Dummies« sowie »Bilanzen erstellen und lesen für Dummies« und zuletzt »Kontieren und buchen für Dummies«. Anfang 2027 erscheint »KI im Rechnungswesen und Controlling für Dummies«. Alle Bücher berücksichtigen stets die rechtliche Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Bücher erscheinen beim Verlag Wiley-VCH mit Sitz in Weinheim bei Heidelberg und sind im deutschsprachigen Raum im Buchhandel vor Ort oder online wie zum Beispiel bei Amazon erhältlich. Wiley-VCH ist die deutsche Tochter des Verlags John Wiley & Sons. Wiley wurde im Jahr 1807 von Charles Wiley in Manhattan, New York City, gegründet und ist immer ein Familienunternehmen geblieben. Es hat heute seinen Sitz in Hoboken in New Jersey, also am Hudson River, direkt gegenüber von Manhattan.
