In vielen Diskussionen über KI tauchen dramatische Szenarien auf: Vollautomatisierung führt zu Jobvernichtung oder zum Verlust der Kontrolle über Maschinen. Für das Controlling sind diese Bilder wenig hilfreich. Sie lenken von den Risiken ab, die heute schon direkt in deine Prozesse hineinwirken können.
Ein erstes reales Risiko ist blindes Vertrauen in automatisierte Ergebnisse. Sprachmodelle und andere KI-Systeme erzeugen Antworten, die souverän klingen, unabhängig davon, ob sie inhaltlich korrekt sind. Wenn solche Systeme in Berichtsprozesse, Auswertungen oder Planungsrunden eingebunden werden, besteht die Gefahr, dass Zahlen und Aussagen ungeprüft übernommen werden, weil sie von der KI stammen. Fehler fallen dann oft spät auf und sind schwer nachzuvollziehen.
Ein zweites Risiko betrifft die Arbeitsorganisation. KI wird selten ganze Controller-Teams überflüssig machen, aber sie verändert Aufgabenprofile. Routineaufgaben können wegfallen, dafür steigen Anforderungen an Datenverständnis, Kommunikation und Kontrolle. Wenn diese Verschiebung nicht aktiv gestaltet wird, kann es zu Überlastung einzelner Rollen, Kompetenzlücken oder unterschätzten Kontrollrisiken kommen.
Drittens spielen Sicherheitsfragen eine Rolle. Sobald KI-Systeme mit internen Daten arbeiten oder in andere Anwendungen eingebunden werden, entstehen neue Angriffsflächen. Prompt-Manipulation, unzureichende Zugriffskonzepte oder Fehlkonfigurationen können dazu führen, dass sensible Informationen nach außen gelangen oder falsche Aktionen ausgelöst werden. Für ein belastbares internes Kontrollsystem gehört die Sicht auf diese Risiken inzwischen dazu.
Für das Controlling bedeutet das: Deine Aufmerksamkeit sollte weniger auf abstrakten Zukunftsängsten liegen, sondern auf der konkreten Ausgestaltung von Prozessen. Dazu gehört, klare Regeln zu definieren, wo KI-Ergebnisse Vorarbeit leisten dürfen und wo eine menschliche Prüfung Pflicht ist. Es gilt auch, Schulungen einzuplanen, damit Mitarbeiter die Stärken und Grenzen eingesetzter Systeme verstehen.
Und beim Thema Personalplanung geht es darum, den Wandel aktiv zu begleiten: Welche Tätigkeiten werden unterstützt, welche Kompetenzen werden wichtiger, welche Stellenprofile müssen angepasst werden? Und im Bereich IT- und Prozesssicherheit ist wichtig, gemeinsam mit den Fachbereichen und der IT zu klären, wie KI-Anwendungen in das bestehende Kontroll- und Berechtigungssystem eingebettet werden.
Kurz gesagt: Die relevanten KI-Risiken im Controlling sind sehr bodenständig.. Wenn du diese Themen sauber adressierst, hast du mehr erreicht, als jede Science-Fiction-Debatte über allmächtige Maschinen leisten kann.
Zu jedem Thema hier im Blog Controlling & Kostenrechnung gibt es in der Regel etwas später auch einen Podcast von mir. Ihr findet ihn auf dem Podcast-Kanal »ieconomics Controlling & Kostenrechnung« unter anderem bei Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music oder Deezer. Daneben habe ich bis heute rund zwanzig ...für Dummies-Bücher veröffentlicht, unter anderem die Bestseller »Controlling für Dummies« und »Kosten- und Leistungsrechnung für Dummies«. Ende 2026 erscheint »KI im Rechnungswesen und Controlling für Dummies«. Alle Bücher berücksichtigen stets die rechtliche Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Bücher erscheinen beim Verlag Wiley-VCH mit Sitz in Weinheim bei Heidelberg und sind im deutschsprachigen Raum im Buchhandel vor Ort oder online wie zum Beispiel bei Amazon erhältlich. Wiley-VCH ist die deutsche Tochter des Verlags John Wiley & Sons. Wiley wurde im Jahr 1807 von Charles Wiley in Manhattan, New York City, gegründet und ist immer ein Familienunternehmen geblieben. Es hat heute seinen Sitz in Hoboken in New Jersey, also am Hudson River, direkt gegenüber von Manhattan.
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