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Was ist Controlling?

Für den ersten Blog bei »ieconomics.de Controlling und Kostenrechnung« gab es die Qual der Wahl zuerst die Definition des Controllings oder die der Kostenrechnung zu bloggen. Die Wahl ist auf die etwas leichtere Definition von beiden gefallen: auf die Frage, was ist Controlling?

 

Welche Definition ist gut?

Um einen guten Job als Controllerin oder Controller zu machen, fragst du ganz einfach deine Oma oder deinen Opa, wie sie deine Familie durchgebracht haben und lässt beide einen Abend lang erzählen. Fertig. Dann hast du schon mal einen guten Blueprint für deinen Controlling-Job. Außer deine Familie ist vielleicht ein bisschen strange oder war ständig pleite oder du hast keine Oma und keinen Opa, mit denen du dich darüber unterhalten kannst. Warum die beiden dir im Idealfall den Blueprint liefern können, erfährst du jetzt.

 

Inside Definition Controlling

Ich fange mit der »schlechtesten« Definition an, um dir am Ende dieses Blogs die aktuelle Nummer 1 Definition zu präsentieren. Wobei die Reihenfolge selbstverständlich total umstritten und völlig subjektiv ist, von Controller zu Controller variiert und zudem ständig neu diskutiert wird und letztendlich jeweils stets ein Puzzleteil der Gesamtdefinition darstellt. Nur das manches Puzzleteil eben größer oder kleiner ist. Und wie das bei einem großen Puzzle immer so ist: manchmal fehlt auch noch ein Puzzleteil. Vielleicht findest du es eines schönen Tages.

 

Die ultimativen Charts zur Definition des Controllings

Vorhang auf für den letzten Platz: Diese Definition hat der Gründer der ehemaligen Sowjetunion letztes Jahrhundert geliefert: Lenin mit dem Spruch: »Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser«. Damit hat er auch gleichzeitig den Kern des Controlling-Jobs definiert. Lässt man alle einfach machen, ohne dass irgendjemand ständig kontrolliert, wohin die Reise führt, wird das definitiv nichts. Das Controlling muss beispielsweise die Budgets vorgeben und dessen Einhaltung kontrollieren. Es besitzt also die Herrschaft über die Zahlen. Der Spruch »Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser« wird deshalb heute weiterhin in Controllingkreisen geschätzt, darauf berufen oder ihn zitieren wird jedoch kaum jemand, da sich niemand als schlichter Zahlenkontrolleur darstellen oder gar in Verbindung mit einem totalitären System gebracht werden möchte, indem er Lenin zitiert.

 

Es geht zum nächsten Platz. Schon deutlich besser, aber immer noch nicht perfekt, da eben auch nur ein Puzzleteil. Der Controller als Steuermann oder Navigator. Pirates of Caribean, der Kapitän gibt den Kurs vor, den er – Magic – mit seinem magischen Kompass ermittelt. Der Steuermann sorgt nun dafür, dass das Schiff den vorgegebenen Kurs aus finanzieller Sicht einschlägt und einhält. Übersetzt: Steuermann – Controller, Schiff – Company. Alternativ wird anstatt Steuermann hier auch gerne der Navigator genannt. Der Navigator stellt dem Kapitän entscheidungsrelevante Daten zur Verfügung.

 

Und schon geht es weiter zum nächsten Platz: Der Controller als Business-Partner. Die langjährige Nummer 1 der Controller-Definition liegt aktuell nur noch auf Platz 2. Der Controller als Business-Partner berät das Management und unterstützt bei schwierigen Entscheidungen. Das geschieht natürlich auch proaktiv.

 

Die aktuelle Nummer 1: Im Zuge der Digitalisierung wird das Controlling zunehmend neben seinen BWL-Know How und seiner Managementerfahrung als Business Partner viel stärker als heute IT-lastig werden, da die riesigen Datenmengen schnellstmöglich analysiert, aufbereitet und reportet werden müssen. Business Intelligence, kurz BI oder Predictive Analytics sind hier nur zwei der vielen Schlagworte. Okay, darüber wird dir deine Oma und dein Opa wohl nichts erzählen können.